Draft Zeugnis AFC North: Steelers, Browns, Bengals und Ravens

Die AFC North setzte in diesem NFL-Draft auf offensive Verstärkung und schnitt dabei fast durchweg positiv ab. Einzig die Ravens könnten sich mit ihrem Pick etwas verzockt haben.

Pittsburgh Steelers

Die glorreichen Zeiten, wo die Steelers ihre Gegner mit ihrem Running Game Angst machten liegen schon eine Weile zurück. In der letzten Saison erreichte die Franchise aus Pennsylvania die wenigsten rushing yards (1351) und wenigsten yards pro rush (3.6) in der ganzen NFL. Folgerichtig entschieden sich die Steelers mit Najee Harris für einen Running Back, der sich problemlos gegen die gegnerische Defense durchsetzen kann und bei Alabama erstklassige Statistiken produziert hat. In vier College-Saisons machte Harris 3842 rushing yards und 46 rushing touchdowns. In der wahrscheinlich letzten Saison von Ben Roethlisberger holt man mit Harris eine Offensivwaffe für den erfahrenen Quarterback, der das Spiel der Steelers von Saisonstart an, prägen kann.

Note: 1 (mit drei Abgängen in der Offensive und desaströsen Stats aus dem Running Game entschied man sich folgerichtig für einen RB und gegen einen Linebacker, neben Travis Etienne ist Harris der wohl beste RB des diesjährigen Drafts – Need und Value passen hier perfekt zusammen)

Cleveland Browns

An Nr. 10 sorgten die Browns dafür, dass QB Baker Mayfield sich in der kommenden Saison keine Sorgen mehr um seine pass protection machen muss. Mit Offensive Tackle Jedrick Wills Jr. investiert man in die Zukunft und stopft gleichzeitig die offene Position auf Left Tackle. Gemeinsam mit Jack Conklin, den man als Free Agent gewinnen konnte, sieht die Offensive Line schon deutlich vielversprechender aus, könnte von der einstigen Achillesferse sogar zur Stärke avancieren.

Note: 2 (hat bei Alabama als Right Tackle gespielt und muss sich jetzt erst einmal umstellen, ansonsten aber eine spannende Verpflichtung, mit der die ohnehin schon vielversprechende O-Line erneut verstärkt wird)

Cincinnati Bengals

Ja’Marr Chase, Wide Receiver der LSU wird zum Tiger – an Nr. 5 im Draft wählten die Bengals den wohl besten Receiver dieses Jahrgangs. Der ehemals best buddy von Joe Burrow kehrt zu seinem Quarterback zurück und wie gut die beiden harmonieren wissen wir bereits aus Collegezeiten (ungeschlagene Saison und Championship). Chase ist absolut pro ready, bringt gute Hände mit und ist auch physisch ausgereift. Neben WR Tee Higgins, der in seine zweite Saison geht, hat Burrow nun einen weiteren explosive Playmaker an der Hand.

Note: 1 (Chase ist dafür bekannt auch hart umkämpfte Catches zu fangen, außerdem war er der „kompletteste“ Receiver im Draft und muss sich mit Burrow nicht erst noch einspielen – ganz im Gegenteil diese beiden verstehen sich geradezu blind)

Baltimore Ravens

Ebenfalls offensiv verstärkten sich die Baltimore Ravens mit Wide Receiver Rashod Bateman. Damit ignorierte GM Eric DeCosta aber gleichzeitig zwei andere wichtige needs: zum einen hätte Right Tackle Orlando Brown Jr ersetzt werden müssen, außerdem hätte Baltimore dringend einen Pass-Rusher gebraucht. Genügend brauchbare Spieler wären zu diesem Zeitpunkt noch auf dem Board gewesen, DeCosta entschied sich aber für Bateman. Der Receiver war an Covid 19 erkrankt und zeigte deshalb eine enttäuschende letzte College-Saison. Zusätzlich leidet er seit der Erkrankung an Asthma, hat 5 kg Gewicht verloren und ist auch sonst physisch nicht mehr ganz auf der Höhe.

Note: 4 (riskante Verpflichtung nachdem Bateman zuletzt nicht mehr an seine einstigen Top Leistungen anknöpfen konnte und niemand die Langzeitfolgen von Covid 19 einschätzen kann, gleichzeitig hätten die Ravens dringend einen Pass-Rusher gebraucht)

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