Draft Zeugnis NFC West: 49ers, Cardinals, Rams und Seahawks

In der NFC West hatten nur zwei der vier Teams in diesem NFL-Draft einen Erstrundenpick (49ers und Cardinals), die Rams und die Seahawks mussten mit ihrer Wahl auf die zweite Runde warten.

San Francisco 49ers

Um neun Plätze hatten die 49ers im diesjährigen Draft mit den Miami Dolphins nach oben getradet (von 12 auf 3). Dass die Franchise aus San Francisco mit ihrem Pick höchstwahrscheinlich einen Quarterback draften würden war schon vorher klar, dass es Trey Lance werden würde dagegen weniger. Neben Lance waren zu diesem Zeitpunkt schließlich auch noch die beiden QBs Justin Fields und Mac Jones auf dem Board. Lance gilt ohne Frage als einer der aussichtsreichsten QBs in diesem Draft, doch im Gegensatz zu manchen Kollegen machte der 21-Jährige nur ein Spiel in 2020. Scouts mussten deshalb auf seine grandiose Saison aus 2019 zurückgreifen. Lance kann zum Franchise QB werden, das Talent, die erstklassige Beinarbeit und den Arm bringt er definitiv mit (mehr Infos gibt es auch hier). Die 49ers gehen dennoch ein kleines Risiko mit ihm ein, die sichere Variante wäre wahrscheinlich Fields gewesen.

Note: 2 (großes Talent, kann hinter Jimmy Garoppolo erst einmal lernen, aber hat seine letzte volle Saison vor über einem Jahre gespielt)

Arizona Cardinals

Die Cardinals entschieden sich in diesem Jahr für die sichere Bank und holten sich LB Zaven Collins (Pick Nr.16). Collins bringt sowohl die Größe für den Pass Rush mit, ist aber auch athletisch genug für die Coverage. Defensive Coordinator Vance Joseph kann Collins als Inside und Outside Linebacker einsetzen. Die Cardinals haben bereits angedeutet, dass sie den Rookie höchst wahrscheinlich neben dem letztjährigem Erstrundenpick Isaiah Simmons positionieren werden. Damit baut sich das Team aus Arizona eine spannende Defense auf, besonders auf der Position des Inside Linebackers haben sie eine große Kadertiefe. Einziger Kritikpunkt: an Nr.16 hätten die Cardinals eigentlich auf einen Wide Receiver oder einem Cornerback gehen oder nach hinten traden müssen, um für das kommende Jahr mehr Draft Picks zu sammeln.

Note: 3 (vergleichsweise teurer Pick, auf der LB-Position gibt es u.a bereits Jordan Hicks, kein Wow-Effekt)

Los Angeles Rams

An 57. Stelle wählten die Rams Wide Receiver Tutu Atwell aus, der vor allem durch seine Schnelligkeit (4.32 sek/40-yard dash) und seine Dynamik mit dem Ball besticht. Mit der Verpflichtung von QB Matthew Stafford verfolgen die Rams in diesem Jahr klar das Ziel Playoffs und womöglich sogar den Superbowl – Atwell passt als weitere explosive Waffe ideal in diesen Plan. Doch Fans und Experten haben auch einige Kritikpunkte an diesem Pick, zum einen dass die Rams keinen Offensive Lineman geholt haben, zum anderen dass Atwell eigentlich mit seiner geringen Größe eher als Dritt- oder Viertrundenpick eingeschätzt wurde.

Note: 3 (vergleichsweise teurer Pick, recht klein für einen WR, dafür aber auch schnell und dynamisch)

Seattle Seahawks

In der zweiten Runde waren auch die Seattle Seahawks an der Reihe, die sich ebenfalls für einen Wide Receiver entschieden. Ihre Wahl fiel auf D’Wayne Eskridge, der neben Tyler Lockett und DK Metcalf das Receivercorps ergänzen wird. Die Seahawks basteln damit das wohl schnellste Receivertrio der Liga zusammen.

Note: 4 (mit 24 Jahren ist Eskridge schon recht alt, mit Freddie Swain hatten die Seahawks eigentlich schon einen dritten Receiver und es fehlt immer noch an Pass Protection für Russel Wilson)